Freitag, 29. August 2014

TWD Season 2: Story zum Selbstzweck



Vorwort:

Dieser Text wird kein gängiges Review, sondern ein Resumé inkl. Spoiler. Innerhalb einer Reihe, in der das Gameplay hauptsächlich aus Dialogentscheidungen und Reaktionstests besteht, kann letztendlich nur die Story besprochen werden. Das tue ich hiermit...und das Resultat wird nicht positiv sein!

Tränen lügen bekanntlich nicht. So gesehen bin ich recht neidisch auf die Reaktionen, die ich bzgl. der finalen Folge der zweiten Staffel von The Walking Dead erfahren habe. Ich habe mir ein großartiges Finale erhofft, ein Finale welches die vorhergegangen vier schwachen Folgen ausgleichen würde! Ich wollte emotionale Entscheidungen, eine Lösung, die ich wählen muss, aber wirklich nicht möchte! Ich wollte gepackt werden, wie einst gegen Ende der ersten Staffel, die zu den rührendsten Spielerlebnissen meines Lebens zählt. Ich würde jetzt gerne schreiben, dass die Credits überraschend kamen und ich eigentlich etwas vermissen würde, aber dieser Gedanke schlich sich nicht ein. Ich habe überhaupt nichts vermisst, und das ist genau mein Problem. Ich war regelrecht froh, dass es endlich vorbei war, und ich hab es sogar kommen sehen!

Die zweite Staffel hat zwei grundsätzliche Probleme:


Storyverlauf

"Wir müssen nach Norden!" Das war's! DAS ist die gesamte Story der zweiten Staffel. Das ist das übergeordnete Ziel, welches gleichzeitig so nichtssagend ist, dass es keine Auswirkung auf die komplette Staffel und dessen Spannungsbogen hat. Natürlich wird die Gruppe stets in temporäre Konfliktsituationen geworden. Diese Probleme entstehen hauptsächlich durch Zombies, Fremde und Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gruppe, was repetitiv in Schleife läuft. Dann gibts ein paar Entscheidungen, die immer knifflig sind und NIE zu einer vollkommen zufriedenstellenden Lösung führen und abschließend wird nochmal darüber geredet, wie schuldig sich jeder einzelne fühlt, während Clementine allen sagen muss, dass sie keine andere Wahl hatten und das der Situation entsprechend in Ordnung war - DerSchauder will remember that. Übrig bleiben die Folgen mit Carver, in denen ich etwas Spannung und Aufregung erleben durfte, was ironisch ist, weil sie exakt auf dem Governor der TV-Serie basieren und somit auch nichts Neues boten.


Charakterbindung

Clementine hat einen markanten Wechsel durchgemacht und meine Wahrnehmung betreffend musste ich komplett den Reset-Knopf drücken und sie neu einordnen. Da Omid und Krista bereits in der ersten Folge verschwanden, besaß Clementine quasi einen Heimvorteil. Letztendlich musste ich mich an allerlei neue Charaktäre gewöhnen, die teilweise genauso schnell gingen, wie sie kamen. Die Ausnahme bot sich mir in Kenny, der immer noch der alte war, teilweise von Verlusten und Trauer gezeichnet, aber ich erkannte ihn wieder und ich besaß eine Bindung zu ihm. Das kann ich von allen anderen nicht behaupten. Die waren allesamt nur potentielle Zombies oder Nervensägen, und daher fiel mir das Vertrauen prinzipiell schwer, so dass ich tendenziell immer zu Kenny hielt, auch wenn das Spiel mich immer wieder auf die Probe stellte. So hatte ich bis zum Ende der ganzen Staffel keinen einzigen Zwiespalt, und wie ich finde, habe ich die beste Lösung gewählt. Hätten die anderen Figuren mehr Persönlichkeit besessen, oder wären in ihren Handlungen nicht ständig gewechselt wie ein Fähnchen im Wind, wäre mir die Entscheidung wahrscheinlich schwerer gefallen.

Ich kann mich nicht entscheiden ob die zweite Staffel schlecht, oder das ganze Konzept einfach ausgelutscht ist. Die erste Folge fing absolut vielversprechend an - die Szene mit dem Hund hat mich damals echt fertig gemacht - aber ab dem ersten Aufeinandertreffen mit der neuen Gruppe, brach die Eintönigkeit los. Selbst das Gameplay wurde von Folge zu Folge immer minimalistischer. Die einstigen Adventure-Einlagen, in denen ich ein Gebiet auch mal frei erkunden konnte, auch um die Figuren kennen zu lernen, fielen fast komplett weg. Das nahm dem Spiel auch eine gewisse Ruhe. Es gab kaum positive Szenen, in denen man gerührt war und man einen Grund für die Anstrengung bekam.

Ich möchte das Spiel auch nicht zu streng bewerten, auch wenn ich es jetzt gerade tue. Dieser Gesamteindruck ist jedoch bei mir hängen geblieben, und das nicht freiwillig. Es wirkte einfach zu gezwungen, zu unpersönlich, zu fade. Ich bin jedenfalls auf die dritte Staffel gespannt und erwarte einen Trailer, der mich darin überzeugt die Serie nicht zu den Akten zu legen. Schade...

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