Donnerstag, 19. Januar 2017

Rise & Shine: Die Welt ist ein Videospiel



Der TV-Sender Adult Swim wird bereits seit langer Zeit für sein Programm geschätzt, welches kindgebliebene Erwachsene bedient. Serien wie Rick & Morty oder Robot Chicken gelten unter Kennern längst als absolute Kultserien. Was liegt da näher als die logische Konsequenz sich ebenso auf Videospiele zu konzentrieren, was Adult Swim Games als Publisher seit 2013 tatsächlich tut. Seit dem 13. Januar steht nun deren neustes Erzeugnis in den digitalen Marktplätzen und hört auf den Namen Rise & Shine, welches vom Entwicklerstudio Super Awesome Hyper Dimensional Mega Team für PC und Xbox One entwickelt wurde. Das klingt nach Potential in meinen Ohren.

Bei Rise & Shine handelt es sich tatsächlich um ein recht gewöhnliches Jump'n Shoot-Game. Die Handlung spielt auf dem Planeten "Gamearth", der sich im erbitterten Kampf mit den "Weltraumgrunzern" befindet. Um dieser personifizierten Feindseligkeit Einhalt zu gebieten, benötigt es einen Auserwählten, dessen Rolle der kleine Junge Rise übernimmt. Diesem gelangt per Zufall die sprechende Wumme Shine in die Hände, was Rise prompt dazu qualifiziert, die Welt zu retten. Wer hierbei glaubt, dass das Spiel seine eigene Geschichte ernst nimmt, kann beruhigt aufatmen. Rise & Shine spielt nicht nur offen mit sämtlichen Klischees der Videospielkultur, in den zahlreichen Comic-Strips, welche die Geschichte erzählen wird zudem eindeutig klar, dass sich diese fiktive Gesellschaft rund um den Planeten Gamearth durchaus bewusst ist, Teil eines Videospiels zu sein. So sprechen die Figuren offen über den Verbleib ihrer Extraleben, erzählen von einem "Lenker", außerhalb ihres Kosmos und zählen zahlreiche Videospielhelden bekannter Marken zur eigenen Geschichte. Dennoch ist das knuffige Charakterdesign und die ansprechende Comicgrafik durchaus ein der Lage diesen Aspekt charmant zu transportieren, ohne dem Gesamtkonzept den Reiz oder die Ernsthaftigkeit zu nehmen.



Das eigentliche Gameplay ist schnell erklärt. Ein Analogstick kümmert sich um die Bewegung, der andere für die Zielerfassung. Der Rest mündet per Sprung- und Dash-Taste in etwaige Geschicklichkeitstests. So lässt es sich nach guter, alter Schule von links nach rechts ballern. Den spielerischen Anspruch zieht das Konzept jedoch aus filigranen Kunstschüssen, die ihr mit unterschiedlichen Schussmodi ausführen müsst. So könnt ihr abgefeuerte Projektile frei lenken, um diese durch enge Kanäle zu manövrieren oder fernzündbare Bomben werfen, dessen Flugbahn genau abzuschätzen ist. Als Alternative zu herkömmlichen Patronen verschießt Shine ebenso Blitze, die Türe öffnen oder andere Mechanismen in Gang setzen können. So einfach und unspektakulär diese Aufgaben für sich genommen sind, ist der Schwierigkeitsgrad von Rise & Shine keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Es kann ziemlich überfordernd sein, diese Schusskünste zu meistern, während gleichzeitig auf Gegner und anfliegende Feuerbälle geachtet werden muss. Zwar kann Rise hinter Geröllhaufen in Deckung gehen, dennoch lassen die Bullethell-Gefechte nicht viel Zeitraum für Gegenwehr. Ebenso ist viel Präzision gefragt, um Gegner in der Ferne zu treffen und den Schusswinkel richtig einzuschätzen. Kurzum: Das Spiel ist fordernd und birgt ein hohes Frustpotential, schaffte es dennoch mich durch die prinzipiell einfache Steuerung weiter zu motivieren.

Rise & Shine erfindet das Genre keinesfalls neu, obwohl die Rätsel gut sitzen und der Wechsel zwischen actiongeladenen Feuergefechten und Geschicklichkeitsaufgaben in guter Balance stehen. Dennoch ist es eine charmante Hommage an Videospiele, gebettet in einen niedlichen Comicstil, der sich beeindruckend-stimmig durch die Geschichte und das Leveldesign zieht und mich auch hin und wieder zum Schmunzeln brachte. Die kurze Spielzeit rundet das Konzept trotzdem auf ein "Spiel für zwischendurch" ab, was im gebotenen Content aber durchaus passt, ohne sich gestreckt oder ausgelutscht anzufühlen.

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